Muslimische Zivilgesellschaft im Fokus: Erste Jahresveranstaltung von ProAktiMO in Berlin
Wie können muslimische Gemeinden ihr gesellschaftliches Engagement sichtbarer machen und ihre Zusammenarbeit mit Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft stärken?
Diese Fragen standen im Mittelpunkt der ersten Jahresveranstaltung des Projekts am 12. November 2025 in Berlin. Die Veranstaltung bot Raum für fachlichen Austausch, persönliche Begegnungen und Einblicke in die Arbeit der bundesweit zehn Projektstandorte.
Vertreterinnen und Vertreter aus muslimischen Gemeinden, Politik, Wissenschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft kamen zusammen, um über die gesellschaftliche Bedeutung muslimischen Engagements, bestehende Herausforderungen und Perspektiven für eine stärkere Teilhabe zu diskutieren. Dabei wurde deutlich, wie vielfältig muslimische Gemeinden bereits zum gesellschaftlichen Miteinander beitragen und welches Potenzial in der stärkeren Vernetzung mit kommunalen Akteuren liegt.
Die Jahresveranstaltung bot zugleich Gelegenheit, eine erste Bilanz des im Februar 2025 gestarteten Projekts zu ziehen. Innerhalb von neun Monaten waren an zehn Standorten bundesweit Projektstrukturen aufgebaut, 32 der insgesamt 40 vorgesehenen muslimischen Partnergemeinden erreicht, Teilhabelotsinnen und Teilhabelotsen geschult und erste Mikroprojekte angestoßen worden.
Nach der Eröffnung durch Ayten Kılıçarslan, Vorstandsvorsitzende des Sozialdienstes muslimischer Frauen e.V. (SmF), und einem Impuls von Annegret Korff aus dem Bundesministerium des Innern stellte Co-Projektleiterin Zeliha Karadağ die bisherigen Fortschritte vor.
Ein besonderer Programmpunkt waren die Live-Schaltungen zu den Projektstandorten. Standortteams, Teilhabelotsinnen und Teilhabelotsen sowie Engagierte aus den Gemeinden berichteten über ihre Erfahrungen und die Zusammenarbeit mit kommunalen Partnern. Die Einblicke veranschaulichten, wie muslimische Gemeinden vor Ort Verantwortung übernehmen und durch unterschiedliche Angebote gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen.
Auch die Frage nach der öffentlichen Wahrnehmung und Förderung muslimischen Engagements spielte eine zentrale Rolle. Prof. Dr. Michael Kiefer von der Universität Osnabrück beleuchtete in seinem Fachbeitrag bestehende Herausforderungen und zeigte Perspektiven für die weitere Entwicklung muslimischer Organisationen auf.
In der anschließenden Podiumsdiskussion tauschten sich Ayten Kılıçarslan, die Bundestagsabgeordnete Lamya Kaddor, Prof. Dr. Michael Kiefer, Prof. Dr. Riem Spielhaus von der Universität Göttingen und Freya Buchberger vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge über die Sichtbarkeit muslimischer Zivilgesellschaft und Möglichkeiten ihrer stärkeren Unterstützung aus.
Videobotschaften der Bundestagsabgeordneten Aydan Özoğuz und der Staatsministerin Serap Güler ergänzten die Veranstaltung um weitere politische Perspektiven.
Die erste Jahresveranstaltung machte deutlich, dass muslimische Gemeinden unterschiedlicher religiöser Traditionen gemeinsame gesellschaftliche Anliegen verfolgen. Der Austausch zwischen alevitischen, schiitischen und sunnitischen Gemeinden sowie mit Vertreterinnen und Vertretern staatlicher Institutionen eröffnete neue Möglichkeiten zur Vernetzung und Zusammenarbeit.
Die Veranstaltung setzte damit wichtige Impulse für die weitere Projektarbeit: Muslimisches Engagement soll nicht nur stärker wahrgenommen, sondern auch durch verlässliche Kooperationen und geeignete Rahmenbedingungen nachhaltig gestärkt werden.
Die Jahresveranstaltung 2025 in Bildern
Die Bildergalerie zeigt ausgewählte Momente der ersten Jahresveranstaltung.
Die Aufnahmen geben einen Einblick in die Atmosphäre und die Vielfalt der beteiligten Akteurinnen und Akteure. Von den fachlichen Impulsen und der Podiumsdiskussion bis hin zu persönlichen Begegnungen und dem gemeinsamen Austausch.










